Münchens schönste Straße
Für einen ganz kurzen Augenblick bin ich gestern abend noch sentimental geworden, was normalerweise so gar nicht zu mir passt. Aber der famose Herr A., übrigens immer noch einer der verblüffendsten Menschen die ich kenne (und ich kenne ihn lang, sehr lang), hat mir so am Rande noch eine Mail geschickt. Mit einem Foto im Anhang und einer kurzen Geschichte.
Und die geht in etwa so: Herr A. fuhr in diesem Jahr mit der Angetrauten Frau G. (sie ist auch verblüffend, kenne ich auch schon sehr lang und sehe sie ungefähr nie und das schon seit 20 Jahren) nach München. Präziser gesagt in irgendein Nest im Oberland, wo man gemeinsam Urlaub machte, die beiden Verblüffenden und die sicher ebenfalls sehr verblüffenden Kinder (die kenne ich allerdings nicht). Wenn man dann schon mal in Peiting oder einem ähnlichen Etwas im Oberland ist, führen die Wege zwangsweise in das wunderbare München, weil es erstens nicht weit ist und weil man zweitens in Peiting nach ein paar Tagen Depressionen entwickelt, wenn nicht sogar Schlimmeres.
Jedenfalls wusste der gute Herr A., dass ich eine nicht unbeträchtliche Zeit meines Lebens in einer sehr zentral gelegenen Straße Münchens verbracht habe, eine, in der sich in guten Zeiten auch mal Mick Jagger oder Freddie Mercury rumgetrieben haben (bei Mercury mit Betonung auf Trieben; von da aus ist es nämlich nicht mehr weit ins Glockenbachviertel und dort gibt es mehr Jungs nach Freddies Geschmack als sich selbst sehr routinierte Pornoproduzenten das ausmalen könnten). Man muss übrigens erklärenderweise hinzufügen, dass zu den verblüffendsten Aspekten von Herrn A. und mir die Fähigkeit gehört, auch mal längere Zeit nichts von einander zu hören und dennoch am Tag 1 nach dem "nichts hören" wieder so gepolt zu sein, als wenn wir uns gestern das letzte Mal gesehen hätten. Die längste Phase des Nichts-voneinander-Hörens dauerte übrigens alberne acht Jahre. War nicht weiter schlimm, nach einem Zwei-Stunden-Telefonat waren wir wieder auf dem aktuellen Stand. Männer ticken manchmal so, das werden Frauen nie verstehen.
In diese acht Jahre fielen blöderweise meine Münchner Jahre in dieser besagten Straße, weswegen Herr A. nie das Vergnügen hatte, die Straße und die famose Wohnung jemals in Augenschein zu nehmen. Was irgendwie auch gut so war, ich vermute, dass eine Woche gemeinsam mit Herrn A. und meinem - selbstredend auch verblüffenden - damaligen Mitbewohner Herrn M. entweder in der Ausnüchterungszelle, einer Drogentherapie oder einer Psychatrie beendet hätte. Möglicherweise auch alles drei zusammen.
Herr A., um langsam zur Sache zu kommen, war jedenfalls gemeinsam mit Frau G. in München, schlängelte sich den Erzählungen nach irgendwo durch die Innenstadt und dachte sich dann, schon relativ zentrumsnah, dass sie hier doch irgendwo sein müsse, diese vermaledeite Straße. Dachte es sich, drehte sich einmal um 90 Grad - und drückte auf den Auslöser...

Volltreffer - ziemlich genau an dem Eck, an dem auch mein langjähriger Stammladen ist, in dem ich mich erst vor ein paar Tagen mit einem alten Bekannten auf ein wunderbares Weißbier getroffen habe. Irgendwie sind sie fast alle Weg, meine ganzen alten wunderbaren Wegbegleiter aus der Straße, trotzdem freue ich mich jedesmal, wenn ich in dieser Straße bin. Noch gut zwei Wochen, dann habe ich wieder das Vergnügen, für knapp zwei Wochen jeden Tag einmal diese Straße entlangflanieren zu können. Und irgendeinen werde ich auch finden, der abend mit mir in meiner alten Stammkneipe ein Weißbier trinkt, und wenn ich einen Penner von der Straße mit Waffengewalt zwingen muss.
Liebe Mitleser, so ihr nicht Herr A. oder Frau G. seit: Verzeiht mir diese lange Exkursion. Aber ich finde, die Geschichte musste mal erzählt werden.
Und die geht in etwa so: Herr A. fuhr in diesem Jahr mit der Angetrauten Frau G. (sie ist auch verblüffend, kenne ich auch schon sehr lang und sehe sie ungefähr nie und das schon seit 20 Jahren) nach München. Präziser gesagt in irgendein Nest im Oberland, wo man gemeinsam Urlaub machte, die beiden Verblüffenden und die sicher ebenfalls sehr verblüffenden Kinder (die kenne ich allerdings nicht). Wenn man dann schon mal in Peiting oder einem ähnlichen Etwas im Oberland ist, führen die Wege zwangsweise in das wunderbare München, weil es erstens nicht weit ist und weil man zweitens in Peiting nach ein paar Tagen Depressionen entwickelt, wenn nicht sogar Schlimmeres.
Jedenfalls wusste der gute Herr A., dass ich eine nicht unbeträchtliche Zeit meines Lebens in einer sehr zentral gelegenen Straße Münchens verbracht habe, eine, in der sich in guten Zeiten auch mal Mick Jagger oder Freddie Mercury rumgetrieben haben (bei Mercury mit Betonung auf Trieben; von da aus ist es nämlich nicht mehr weit ins Glockenbachviertel und dort gibt es mehr Jungs nach Freddies Geschmack als sich selbst sehr routinierte Pornoproduzenten das ausmalen könnten). Man muss übrigens erklärenderweise hinzufügen, dass zu den verblüffendsten Aspekten von Herrn A. und mir die Fähigkeit gehört, auch mal längere Zeit nichts von einander zu hören und dennoch am Tag 1 nach dem "nichts hören" wieder so gepolt zu sein, als wenn wir uns gestern das letzte Mal gesehen hätten. Die längste Phase des Nichts-voneinander-Hörens dauerte übrigens alberne acht Jahre. War nicht weiter schlimm, nach einem Zwei-Stunden-Telefonat waren wir wieder auf dem aktuellen Stand. Männer ticken manchmal so, das werden Frauen nie verstehen.
In diese acht Jahre fielen blöderweise meine Münchner Jahre in dieser besagten Straße, weswegen Herr A. nie das Vergnügen hatte, die Straße und die famose Wohnung jemals in Augenschein zu nehmen. Was irgendwie auch gut so war, ich vermute, dass eine Woche gemeinsam mit Herrn A. und meinem - selbstredend auch verblüffenden - damaligen Mitbewohner Herrn M. entweder in der Ausnüchterungszelle, einer Drogentherapie oder einer Psychatrie beendet hätte. Möglicherweise auch alles drei zusammen.
Herr A., um langsam zur Sache zu kommen, war jedenfalls gemeinsam mit Frau G. in München, schlängelte sich den Erzählungen nach irgendwo durch die Innenstadt und dachte sich dann, schon relativ zentrumsnah, dass sie hier doch irgendwo sein müsse, diese vermaledeite Straße. Dachte es sich, drehte sich einmal um 90 Grad - und drückte auf den Auslöser...

Volltreffer - ziemlich genau an dem Eck, an dem auch mein langjähriger Stammladen ist, in dem ich mich erst vor ein paar Tagen mit einem alten Bekannten auf ein wunderbares Weißbier getroffen habe. Irgendwie sind sie fast alle Weg, meine ganzen alten wunderbaren Wegbegleiter aus der Straße, trotzdem freue ich mich jedesmal, wenn ich in dieser Straße bin. Noch gut zwei Wochen, dann habe ich wieder das Vergnügen, für knapp zwei Wochen jeden Tag einmal diese Straße entlangflanieren zu können. Und irgendeinen werde ich auch finden, der abend mit mir in meiner alten Stammkneipe ein Weißbier trinkt, und wenn ich einen Penner von der Straße mit Waffengewalt zwingen muss.
Liebe Mitleser, so ihr nicht Herr A. oder Frau G. seit: Verzeiht mir diese lange Exkursion. Aber ich finde, die Geschichte musste mal erzählt werden.
Herzogspitalstr. 14 - 18. Okt, 21:41