Brief ans Kabinett
Sehr geehrter Herr Staatssekretär,
Du wirst Dich nicht mehr an mich erinnern können. Wir hatten vor etlichen Jahren mal kurz miteinander zu tun, nicht sehr viel und nicht sehr intensiv. Du warst Dir damals nicht sicher, ob Du in meine Branche möchtest oder lieber doch einen anständigen Beruf ergreifst. Als ich damals die Resultate Deiner Arbeit sah (besser gesagt: hörte) kam ich schnell zu der Überzeugung, Du solltest besser den anständigen Beruf ergreifen. Wären die Umstände damals nicht so analog und kompliziert gewesen, hätte ich ein paar schnelle Schnitte gemacht und Dir damit einiges von Deiner Geschwätzigkeit, Jovialität und Deinem Hang zur inhaltsleeren Dampfplauderei genommen.
Aber Du hast Dich dann ja doch schnell für den anständigen Beruf entschieden, wobei ich denke, dass Du in Wirklichkeit immer was anderes wolltest: In die Politik, die klassische Parteienkarriere. Du warst ja damals schon in der Jungen Union irgendein Vorsitzender, hast Plakate geklebt und schön auswendig gelernt, was Dir die erste Reihe vorgesagt hat. Eigene Positionen und Ideen hast Du ja leider nie gehabt, Du warst immer der brave Ja-Sager und der fleißige Nachwuchsdingsbums, dem die großen Jungs irgendwann die Schulter tätscheln und sagen: Brav. Fleißig. Gut gemacht. Kurz gesagt: Du warst ein Nichts. Immerhin hast Du, der Du die menschgewordene Mittelmäßigkeit bist, dann doch noch fertig studiert mit einem höchst mittelmäßigen Ergebnis und dann einen Job bekommen. Woher ich das weiß? Eine alte Freundin von mir - mit einem weitaus besseren Ergebnis - hatte sich um den selben Job beworben und ihn nicht bekommen. Aber klar, Du musstest ihn haben, schließlich standen Wahlen an und man konnte Dich ja schlecht mit der Berufsbezeichnung "arbeitslos" ins Rennen schicken. Also hat man Dir schnell noch einen Job verpasst, den Du dann gottseidank nie antreten musstest, weil Du dann ja schon im Parlament saßt.
Im Parlament hast Du dann konsequent weitergemacht. Bist fleißig ins Plenum gegangen, warst stellv. Ersatzmann in irgendwelchen Ausschüssen, die kein Mensch braucht, hast brav nachgeschwafelt, was Dir der Edi und der Günter und der Erwin und die anderen richtig großen Jungs so vorgekaut haben. Ich vermute, Du hast als Schüler schon dem Klassensprecher die Tasche hinterhergetragen und durftest als Belohnung dafür das Geld für den nächsten Klassenausflug einsammeln.
Ich vermute übrigens auch, dass Du erwachsen geboren wurdest. Wenn man Dir zuhört, kommt man nicht auf die Idee, es mit einem dann doch noch verhältnismäßig jungen Mann zu tun zu haben. Du redest so mitreißend wie ein 50jähriger Schnauzbartträger. Vermutlich zählst Du Dich selbst zum hoffnungsvollen Nachwuchs Deiner Partei und wenn Du Dir mal so richtig die Kante geben willst, mal so richtig rocken gehst, legst Du Dir sowas wie Bon Jovi auf, obwohk Du insgeheim den Silbereisen auch nicht schlecht findest. Wenn Joschka Fischer der letzte Rock´n´Roller der Politik war, dann bist Du ein Schlagerfuzzi, der gelegentlich auch mal in Möbelhäusern singt. Du ahnst, dass meine Sympathien eindeutig mehr beim Rocker liegen.
Hast Du eigentlich mal richtig gelebt? Dinge getan, die Narben hinterlassen haben oder die Dir meinetwegen später auch von Herzen peinlich waren? Ich vermute nein. Ich vermute, dass Du ab und an Dich ertappst, wie du jungen Frauen zwischen 20 und 30 auf den Hintern schaust und Dir denkst, dass das doch eigentlich...aber im selben Moment gibst du dir selbst eine Watschn, was dich aber nicht daran hindert, ab und an, wenns keiner bemerkt, bei Google nach "molligen Girls" oder so etwas zu suchen.
Jetzt bist Du also Staatssekretär. Manche vermuten, Du seist in den Vorhöfen der Macht angekommen. Ich vermute eher, dass Du den ganzen Mist machen darfst, auf die Dein Chef, der Herr Minister, keinen Bock hat. Du wirst irgendwelche Feste besuchen, den Grüß-August bei Eröffnungen spielen und wenn´s dumm läuft, dann musst Du wieder jemandem die Tasche tragen. Aber wenn ich ehrlich sein darf - zu mehr bist Du auch nicht zu gebrauchen.
Früher, verehrter Herr Staatssekretär, dachte ich immer, Kabarettisten wie Jonas oder Zimmerschied müsste eine besonders ausgeprägte Beobachtungsgabe und eine ausschweifende Fantasie besitzen, um ihre Protagonisten entwickeln zu können. Heute weiß ich: Es reicht, Dir 10 Minuten zuzuschauen - und schon hat man einen traurigen Helden für ein Kabarettstück, über das sich irgendwann im "Scheibenwischer" Millionen Leute amüsieren.
Du wirst Dich nicht mehr an mich erinnern können. Wir hatten vor etlichen Jahren mal kurz miteinander zu tun, nicht sehr viel und nicht sehr intensiv. Du warst Dir damals nicht sicher, ob Du in meine Branche möchtest oder lieber doch einen anständigen Beruf ergreifst. Als ich damals die Resultate Deiner Arbeit sah (besser gesagt: hörte) kam ich schnell zu der Überzeugung, Du solltest besser den anständigen Beruf ergreifen. Wären die Umstände damals nicht so analog und kompliziert gewesen, hätte ich ein paar schnelle Schnitte gemacht und Dir damit einiges von Deiner Geschwätzigkeit, Jovialität und Deinem Hang zur inhaltsleeren Dampfplauderei genommen.
Aber Du hast Dich dann ja doch schnell für den anständigen Beruf entschieden, wobei ich denke, dass Du in Wirklichkeit immer was anderes wolltest: In die Politik, die klassische Parteienkarriere. Du warst ja damals schon in der Jungen Union irgendein Vorsitzender, hast Plakate geklebt und schön auswendig gelernt, was Dir die erste Reihe vorgesagt hat. Eigene Positionen und Ideen hast Du ja leider nie gehabt, Du warst immer der brave Ja-Sager und der fleißige Nachwuchsdingsbums, dem die großen Jungs irgendwann die Schulter tätscheln und sagen: Brav. Fleißig. Gut gemacht. Kurz gesagt: Du warst ein Nichts. Immerhin hast Du, der Du die menschgewordene Mittelmäßigkeit bist, dann doch noch fertig studiert mit einem höchst mittelmäßigen Ergebnis und dann einen Job bekommen. Woher ich das weiß? Eine alte Freundin von mir - mit einem weitaus besseren Ergebnis - hatte sich um den selben Job beworben und ihn nicht bekommen. Aber klar, Du musstest ihn haben, schließlich standen Wahlen an und man konnte Dich ja schlecht mit der Berufsbezeichnung "arbeitslos" ins Rennen schicken. Also hat man Dir schnell noch einen Job verpasst, den Du dann gottseidank nie antreten musstest, weil Du dann ja schon im Parlament saßt.
Im Parlament hast Du dann konsequent weitergemacht. Bist fleißig ins Plenum gegangen, warst stellv. Ersatzmann in irgendwelchen Ausschüssen, die kein Mensch braucht, hast brav nachgeschwafelt, was Dir der Edi und der Günter und der Erwin und die anderen richtig großen Jungs so vorgekaut haben. Ich vermute, Du hast als Schüler schon dem Klassensprecher die Tasche hinterhergetragen und durftest als Belohnung dafür das Geld für den nächsten Klassenausflug einsammeln.
Ich vermute übrigens auch, dass Du erwachsen geboren wurdest. Wenn man Dir zuhört, kommt man nicht auf die Idee, es mit einem dann doch noch verhältnismäßig jungen Mann zu tun zu haben. Du redest so mitreißend wie ein 50jähriger Schnauzbartträger. Vermutlich zählst Du Dich selbst zum hoffnungsvollen Nachwuchs Deiner Partei und wenn Du Dir mal so richtig die Kante geben willst, mal so richtig rocken gehst, legst Du Dir sowas wie Bon Jovi auf, obwohk Du insgeheim den Silbereisen auch nicht schlecht findest. Wenn Joschka Fischer der letzte Rock´n´Roller der Politik war, dann bist Du ein Schlagerfuzzi, der gelegentlich auch mal in Möbelhäusern singt. Du ahnst, dass meine Sympathien eindeutig mehr beim Rocker liegen.
Hast Du eigentlich mal richtig gelebt? Dinge getan, die Narben hinterlassen haben oder die Dir meinetwegen später auch von Herzen peinlich waren? Ich vermute nein. Ich vermute, dass Du ab und an Dich ertappst, wie du jungen Frauen zwischen 20 und 30 auf den Hintern schaust und Dir denkst, dass das doch eigentlich...aber im selben Moment gibst du dir selbst eine Watschn, was dich aber nicht daran hindert, ab und an, wenns keiner bemerkt, bei Google nach "molligen Girls" oder so etwas zu suchen.
Jetzt bist Du also Staatssekretär. Manche vermuten, Du seist in den Vorhöfen der Macht angekommen. Ich vermute eher, dass Du den ganzen Mist machen darfst, auf die Dein Chef, der Herr Minister, keinen Bock hat. Du wirst irgendwelche Feste besuchen, den Grüß-August bei Eröffnungen spielen und wenn´s dumm läuft, dann musst Du wieder jemandem die Tasche tragen. Aber wenn ich ehrlich sein darf - zu mehr bist Du auch nicht zu gebrauchen.
Früher, verehrter Herr Staatssekretär, dachte ich immer, Kabarettisten wie Jonas oder Zimmerschied müsste eine besonders ausgeprägte Beobachtungsgabe und eine ausschweifende Fantasie besitzen, um ihre Protagonisten entwickeln zu können. Heute weiß ich: Es reicht, Dir 10 Minuten zuzuschauen - und schon hat man einen traurigen Helden für ein Kabarettstück, über das sich irgendwann im "Scheibenwischer" Millionen Leute amüsieren.
Herzogspitalstr. 14 - 17. Okt, 08:50
Kratzbürste - 17. Okt, 20:06
Der Herr aus Plattling?
Herzogspitalstr. 14 - 17. Okt, 20:23
Spielverderberin *g*
Kratzbürste - 17. Okt, 20:38
Schulligung! *g*
Immerhin ist auf dem seiner Internetseite auch ein Wetterbericht. Das is doch schon mal was. Und ein Foto von seiner Frau...(Ich hoffe das ist ein Problem meiner Grafikkarte oder des Monitors). Ähem.
Und tatsächlich: Ich hab gerade noch einen gefunden, der passen könnte. Schlecht recherchiert. Aber ich bin ja auch nur kleiner Techniker und kein elitärer Dschornalisst. Da muss ich das auch nicht können.
Mein Selbstbewusstsein ist im Keller. Aber wenn es schon mal da ist, kann es gleich noch ein paar Kohlen mitbringen. Es soll kalt werden.